YAG Kapsulotomie
YAG-Kapsulotomie – wenn das Sehen nach einer Katarakt-Operation erneut „wie durch einen Schleier“erscheint.
Durch eine Operation des Grauen Stars (Katarakt-OP) wurde die natürliche Augenlinse durch eine Kunstlinse ersetzt. In den meisten Fällen verbessert sich das Sehen dadurch deutlich und dauerhaft. Bei einem großen Teil der Patientinnen und Patienten kommt es jedoch Monate oder Jahre später zu einer erneuten Sehverschlechterung: Ursache ist häufig eine Trübung der hinteren Linsenkapsel (auch Nachstar oder sekundäre Katarakt genannt).
Die YAG-Kapsulotomie ist ein bewährtes, schonendes Laserverfahren, mit dem diese Trübung rasch und in der Regel dauerhaft beseitigt werden kann.
Wann ist eine YAG-Kapsulotomie notwendig?
Die hintere Linsenkapsel dient nach der Katarakt-OP als „Haltestruktur“ für die Kunstlinse. Im Verlauf können sich dort Zellen anlagern bzw. sich die Kapselselbst eintrüben.
Typische Beschwerden sind:
- Verschwommenes Sehen oder „Schleiersehen“ trotz zuvor guter Sehschärfe
- Erhöhte Blendempfindlichkeit, v. a. bei tiefstehender Sonne oder Lichtquellen im Dunkeln (z. B. nächtliches Autofahren)
- Abnahme des Kontrastsehens und schnellere Ermüdung beim Lesen ("mehr Lichtbedarf")
- Lichtstreuung/Halos um Lichtquellen
Wichtig: Ein Nachstar ist keine erneute Linsentrübung, sondern eine Trübung der verbliebenen Kapsel hinter der Kunstlinse. Die YAG-Kapsulotomie schafft hier wieder einen klaren „optischen Durchblick“.
Ablauf der Behandlung
1) Voruntersuchung und Aufklärung: Vor der Laserbehandlung prüfen wir u. a. Sehschärfe, den Befund an Kunstlinse/Kapsel sowie den Augeninnendruck. Zusätzlich erfolgt eine ausführliche Aufklärung über Nutzen und mögliche Risiken.
2) Pupillenerweiterung (Tropfen): In der Regel wird die Pupille mit Augentropfen erweitert, damit die hintere Linsenkapsel optimal dargestellt und der Laser präzise fokussiert werden kann. Gegebenenfalls werden zusätzlich drucksenkende Tropfen verabreicht.
3) Durchführung am YAG-Laser: Das Auge wird mit Lokalanaesthesie betäubt. Sie sitzen wie bei einer Spaltlampenuntersuchung am Laser-Gerät und fixieren ein Licht. Dr. Schweykart setzt dann vorübergehende eine Kontaktlinse ein und fokussiert dann mit einem roten Zielstrahl auf die Kapseltrübung und setzt dann gezielte Impulse, um in der getrübten hintere Kapsel eine kleine Öffnung zu erzeugen. Dadurch kann das Licht wieder ungehindert zur Netzhaut gelangen. Die Behandlung dauert nur wenige Minuten und ist komplett schmerzlos (es sind bei der Behandlung Licherscheinungen wahrnehmbar).
4) Kontrolle nach dem Eingriff: Bei Bedarf wird im Anschluss nochmals der Augeninnendruck kontrolliert. Am Behandlungstag werden entzündungshemmende Augentropfen sowie Pflegetropfen für die Augenoberfläche mitgegeben.
5) Kontrolle am nächsten Tag: An diesem Kontrolltermin wird erneut der Augeninnendruck, der intraokulare Befund und der Erfolg des Eingriffs überprüft.
Was ist nach der YAG-Kapsulotomie zu beachten?
- Direkt nach der Behandlung kann das Sehen durch die pupillenerweiternden Tropfen bzw. das Kontaklinsengel vorübergehend beeinträchtigt sein.
- Bitte am Behandlungstag nicht selbst Auto fahren (sie sind mit erweiterter Pupille nicht fah-fähig!).
- In den ersten Stunden/Tagen können „Mouches volantes“ (kleine schwarze Punkte/Schlieren) auftreten- das sind Bruckstücke der Linsenkapsel, die im Verlauf der nächsten Tage bzw. Wochen absinken und abgebaut werden (somit verschwinden).
- Den Kontrolltermin sowie die Tropfenanwendung bitte unbedingt einhalten.
Nutzen und Erfolgsaussichten
Die YAG-Kapsulotomie ist ein Standardverfahren mit sehr hoher Erfolgsrate. In den meißten Fällen verbessert sich die Sehqualität rasch – oft bereits innerhalb von Stunden bis Tagen, abhängig von Ausgangsbefund und Begleiterkrankungen am Auge (bei Patienten mit Makulaerkrankungen kann die erreichbare Sehverbesserung durch eine schlechte Makula-Funktion eingeschränkt sein!).
Mögliche Risiken (selten, aber wichtig zu kennen)
Wie bei jedem medizinischen Eingriff können Komplikationen auftreten (insgesamt sind sie aber sehr selten).
Dazu zählen u. a.:
- Vorübergehender Augeninnendruckanstieg
- Entzündliche Reizung des Auges
- Vermehrte Glaskörpertrübungen („Floater“)
- In seltenen Fällen Netzhautprobleme (z. B. Risse/Netzhautablösung), besonders bei entsprechender Vorbelastung
- Sehr selten eine Beeinträchtigung der Kunstlinse (z. B. durch Linsentreffer, bei erfahren Ärzten extrem selten)
Wir besprechen mit Ihnen individuell, welche Risiken in Ihrer Situation relevant sind.
Zusammenfassung
Die YAG-Kapsulotomie ist eine schnelle, schonende Laserbehandlung bei Nachstar nach Katarakt-Operation. Sie stellt die optische Klarheit wieder her, verbessert Sehschärfe und Kontrast und kann Blendphänomene deutlich reduzieren.
Dr. Schweykart wendet eine weiterentwickelte (verbesserte) Form der YAG Kapsulotomie an, bei der die Entstehung von Floatern vermieden wir.
Informationen dazu: www.nachstar.info